Steckbrief: | Name: | Heinrich BERGMÜLLER | | Jahrgang: | 1952 | | Funktion: | Direktor ÖSV-Olympiastützpunkt Obertauern/Flachau; Herminator-Konditionstrainer | | Werdegang: | Bezirks-Rauchfangkehrer-Meister; Bob-Olympia-Teilnehmer 1980 (Platz 4), mehrfacher Salzburger Leichtathletik-Landesmeister, Fußball-Bundesligaspieler für Bischofshofen; Ausbildung zum Leichtathletik-Trainer; ÖSV-Konditionstrainer 1987 bis 1994; Olympiastützpunkt-"Erfinder" | | Wohnort: | Werfen (Salzburg) | | Familienstand: | verheiratet; 4 Kinder (Heiner, Leo, Julian, Paul) | | Hobbies: | Arbeiten, Tüfteln, Spaziergänge mit Hund Diego, Schneeschuhwanderungen | | Zusammenarbeit mit Hermann seit: | 1997 | | Persönliches Motto: | "Never give up!" |
Interview mit "Herminator Konditrainer" Heinrich Bergmüller:
Können Sie sich noch an die erste Begegnung mit Hermann erinnern?
Welche Eigenschaft von Hermann schätzen Sie am meisten? Seine Konsequenz und Intelligenz
Wie würden Sie Ihr persönliches Verhältnis zu Hermann charakterisieren? Ich denke, dass wir durch viele gemeinsame Höhen und Tiefen gegangen und uns dadurch sehr nahe gekommen sind.
Hatten Sie jemals Befürchtungen, dass Hermann seinem positiven Image nicht gerecht werden könnte? Niemals - Hermann war der erste, der bereit war, meine Trainingsphilosophie zu 100% umzusetzen, und bis jetzt hat er die Olympiastützpunkt-Methode konsequent durchgezogen und das auch in der Öffentlichkeit immer glaubhaft rübergebracht.
Wieviele Weltcupsiege des Herminators werden wir in der Saison 2003/04 erleben? Zu den bisherigen vier werden noch zwei bis vier dazukommen!
Was wird Ihnen an Hermann unvergesslich bleiben? Die goldenen Tage bei den Olympischen Spielen in Nagano 98, da geht nix drüber!
Wo sehen Sie Hermann in 10 Jahren? Wenn Sie für Hermann eine Annonce für Partnervermittlung schreiben müssten, mit welchen Schlagworten würden Sie ihn charakterisieren? Ungezähmt, abenteuerlustig, ein Body wie Adonis.
In Prozenten ausgedrückt: Wie groß ist Ihr Anteil an Hermanns Jahrhundert-Comeback? In Prozenten lässt sich das schwer ausdrücken. Ich will niemandem nahe treten, aber ich hab während der gesamten Reha bis hin zum Ski-Comeback die Fäden gezogen. Ich war Tag und Nacht für Hermann da und hab' dabei sehr viel Energie investiert - das ganze ist auch mir sehr nahe gegangen!
Wäre dieses Wahnsinns-Comeback ohne Ihre Unterstützung überhaupt möglich gewesen? Wer Hermann kennt, der weiß, dass bei seinem Ehrgeiz nichts unmöglich ist. Aber ich denke, dass wir gerade in dieser schwierigen Situation ein ideales Team waren.
Gab es einen Moment, an dem Sie nicht mehr an eine Rückkehr des Herminators geglaubt haben? Nie - noch am Unfall-Abend, während Hermann am Operationstisch lag, habe ich bereits an den Comeback-Plänen getüftelt. Hermanns stufenweise zurückzubringen - von den ersten Gehversuchen bis zum Renn-Comeback, das war die größte Herausforderug meines Lebens. Ich kenne Hermann wirklich sehr gut, ich war immer überzeugt davon, dass er wieder zurückkommen würde! Sie haben im vergangenen Jahr das Buch "Das Hermann Maier Trainingsprogramm" auf den Markt gebracht. Glauben Sie wirklich, dass die Trainingsmethoden die Sie beim Heminator anwenden, auch bei Otto Normalverbraucher Früchte tragen? Natürlich - ansonsten würden wir die Leser ja für dumm verkaufen. Das Herminator-Erfolgsgeheimnis ist eigentlich ganz einfach aufgebaut. Hermann arbeitet seit vielen Jahren nach jenen Prinzipien, nach denen jeder Hobbysportler trainieren sollte: Entscheidend sind moderate Umfänge, konsequent umgesetzt.
Sie tüfteln ständig neue Ideen aus, was das Trainingsprogramm mit Hermann anbelangt. Was kommt als nächstes? Wir werden verstärkt zu den Wurzeln zurückgehen: Ich werde verstärkt leichtathletische Elemente in Hermanns Trainingsprogramm einbauen: Schnelligkeit-, und Sprungkraft-Disziplinen als Abwechslung zum oft langatmigen Ausdauer-Training.
Es gibt nicht wenige Experten, die behaupten, dass der Hermann all diesen Strapazen die er in den letzten Jahren auf sich genommen hat, Tribut zollen müsste. Blüht dem Herminator tatsächlich ein mit vielen Schmerzen gekennzeichneter "Ruhestand"? Ich behaupte, dass das Gegenteil der Fall sein wird! Hermann hat noch viele gute Jahre drauf, und in der skifreien Zeit fühlt er sich oft so unausgelastet, dass er nach Herausforderungen wie einer Tour-de-France-Teilnahme sucht...
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