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DIE GLÜCKSSAU KNAPP "BESIEGT"

21.11.05





Peter Frauneder

»Archiv, Info 

Kolumne von Peter Frauneder

Peter Frauneder ist am 25.5.1967 geboren,
hat zuerst Wirtschaft studiert, dieses Studium aber dann abgebrochen, da er eine Chance bei der Kronenzeitung bekam.

Er ist seit 1993 bei der Krone, zuerst als freier Mitarbeiter und seit 1995 dort fix in der Sportredaktion angestellt.
Hauptgebiet: Ski, Motorsport und Tennis

Email: peter.frauneder@kronenzeitung.at


DIE GLÜCKSSAU KNAPP "BESIEGT"


Die meisten seiner Rennen sind ihm weit besser gelungen als dieser Rückwärtssalto mit Schraube im Zielraum von Sölden. Der war zwar etwas missglückt, dafür umso befreiter, emotionaler und mit einem Hintergrund, den man getrost in die lange Liste der Maier-Sensationen einreihen kann.
Kaum jemand hätte damit gerechnet, dass Hermann schon im ersten Saisonrennen den ersten Weltcup-Riesentorlauf seit dem schweren Motorradunfall gewinnen könne. Wenngleich sich der Triumph doch mehr und mehr angekündigt hatte. Wie sagte etwa Heinz Schilchegger, während unzähliger Vorbereitungen Maiers Teamkollege: ,,So entschlossen hab ich ihn überhaupt noch nie gesehen - nicht einmal vor seinen allerbesten Saisonen.`` Die wurden meist auch mit einem Sölden-Sieg eingeläutet: Der Winter 98/99, in dem Hermann Doppel-Weltmeister wurde. Oder der 2000/2001, als er insgesamt vier Kristallkugeln holte.

"Es ist alles viel schwerer geworden. Und es gibt sicher kein grünes Licht für eine neue Siegesserie", bremst Hermann selbst allzu frühe Euphorie. Er wirkt dabei allerdings weit lockerer als vor einem Jahr um die selbe Zeit, als er mit den leidigen Abstimmungsproblemn zu kämpfen hatte. Von denen ist derzeit keine Spur mehr.

Vielleicht auch ein gutes Omen: Einen Tag später als alle anderen, erst am Dienstag reiste er nach Lake Louise an. Auch in Sölden war er als Letzter angekommen - und unten im Ziel doch wieder der Erste.

Nur seine Glückssau hat der Herminator in Sachen Anreise geschlagen. Doch die wäre fast gar nicht gekommen. Eigentlich hätte das legendäre Transparent im Atomic-Materialcontainer nach Übersee gebracht werden sollen. Weil der Abflug verpasst wurde, setzten sich Ernst, Rupert und Happi kurzerhand selbst ins Flugzeug und reisten zu den Überseerennen an. Natürlich samt Glückssau.
Und wenn die dabei ist: Was soll dann noch schief gehen . . .?

Peter Frauneder

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